Gymnastikschule


Ein wirklich spannender Ort.
Fotografen nennen ihn auch
Haus der Gesundheit.

Ich entdeckte ihn ein einem recht vornehmen Kurort.
Ein interessanter Platz für Urban Explorer.
Lost Place in Deutschland.


Das Haus der Gesundheit… was für ein komischer Name, den Fotografen diesem Lost Place gaben … und doch so passend. Denn einst beherbergte diese Gebäude eine weit über die Grenzen der Region hinaus bekannte Gymnastik-Schule. Ja, Du hast richtig gelesen: Eine Gymnastik-Schule. Ich wollte es auch kaum glauben, dass man das, womit man mich als kleines Kind im Turnunterricht morgens und im Verein abends quälte, auch noch professionell erlernen kann.


Gymnastikschule - der große Saal

Urban Exploring

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Den eigenen Angaben dieser Gymnastik-Schule folgend gab es tausende Gymnastiklehrerinnen und -lehrer, die hier ihr Handwerk erlernen. Ich zitiere mal einen Prospekt der Einrichtung: „… sie konnten Bewegungserlebnisse und Freude vermitteln und haben dadurch mitgeholfen, die Aufgabe zu erfüllen, der sich diese Schule mit der Gründung hat verdienen wollen.“ So, so … und weiter heißt es, dass „die Umweltveränderungen, denen die Menschen ausgesetzt sind, eine spezielle bewegungstherapeutische gymnastische Behandlung notwendig macht. Wie die allgemeine Gymnastik den gesunden Menschen in seiner Bewegungsfähigkeit erhalten und fördern will, soll die Krankengymnastik auch behandeln und heilen, wo die Bewegungsfähigkeit verloren ging“.


Gymnastikschule - weitere Schulungsräume

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Die Ausbildung, die einst das Haus der Gesundheit bot, erstreckte sich über zwei Jahre bzw. vier Semester. Pro Semester wurden 25 Schülerinnen und Schüler angenommen. Es gab keine Warteliste, sondern für die Aufnahme an dieser Schule waren fachliche, persönliche und charakterliche Merkmale der Bewerber entscheidend. So jedenfalls weitere Aussagen im Prospekt, den ich im Haus der Gesundheit fand.

Nun noch ein paar Worte zur Unterkunft selbst. Einmal abgesehen von den Schulungsräumen im Haus der Gesundheit fand ich etliche Wohn- und Schlafräume, die von den Schülern genutzt wurden. Ich wunderte mich … und letztlich fand ich auch hierzu ein paar Worte im Werbeprospekt, mit denen man potenziellen Schülern die Segnungen (?!) des Hauses schmackhaft machen wollte.

Zitat: Das Haus der Gesundheit ist auch „ein Wohnheim für Schülerinnen und Schüler“. Die Schule bietet keine Verpflegung. Sie Kurzteilnehmer können sich in den zur Verfügung stehenden Teeküchen die Mahlzeiten selbst zubereiten. Die Zimmer im Wohnheim sind mit dem notwendigen Mobiliar ausgestattet. Bett mit Matratze, Tisch, Stühle, Schrank und Bücherbord. Fast (!!) alle Zimmer haben fließend Warm- und Kaltwasser. Persönliche Dinge wie Kopfkissen, Bett- und Tischwäsche, Handtücher etc. müssen selbst gestellt werden. Ebenso Geschirr und Töpfe, wenn von dem Angebot, selbst zu kochen, Gebrauch gemacht werden soll.“


Gymnastikschule - Unterkünfte der Schüler

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Ich finde, dass das eine ziemlich nette Beschreibung dafür ist, dass es letztlich keinen Komfort gibt und man letztlich auch mit einem Zimmer ohne Warm- und Kaltwasser Vorlieb nehmen muss. In der heutigen Zeit ist das undenkbar. Damals … anscheinend schon. Entsprechend spartanisch sahen allerdings auch die Zimmer aus, die ich besichtigte und jetzt erklärt sich auch, warum sie alle kein eigenes Badezimmer hatten, sondern man sich anscheinend die Örtlichkeit auf dem Flur teilen musste. Brrrrr … heute undenkbar.