Borschemich
im November 2014


Ein sterbendes Dort in Nordrhein-Westfalen.
Geisterstadt in Deutschland.
Lost Place.


Borschemich wurde im Jahr 898 n.Ch. erstmals urkundlich erwähnt. Seine Blütezeit hatte der Ort in den 60er/70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Seinerzeit lebten hier 760 Personen. Auch ohne Garzweilerging es mit dem Ort bergab. Zuletzt hatten hier nur noch etwas mehr als hundert Menschen ihr Heim. Und heute sind auch sie verschwunden viele von Ihnen siedelten um und wagen in Borschemich (neu) einen Neuanfang. Auch wenn der Tot der Gemeinde schon längst entschieden ist, spätestens am 23. November 2014 wird er dann "amtlich". An diesem Tag wird die kleine Pfarrkirche entwidmet. Das war es dann aus und vorbei.

Geisterstadt Borschemich - 11/2014


Als Außenstehender suche ich bei meinem Besuch natürlich sofort die Parallelen zwischen Borschemich und Immerath. Auch wenn ich den Menschen wahrscheinlich großes Unrecht tue: Ich habe den Eindruck, als hätten sich die Menschen in Borschemich schneller ihrem Schicksal ergeben als die Nachbarn aus Immerath. Ein Blick in die Dorfzeitung bestätigt (für mich) diesen Eindruck. Hier wird im Plauderton über den Neuanfang gesprochen, vom großen Sommerfest und aus dem Vereinsleben berichtet oder die kürzlich stattgefundene Karnevalsveranstaltung gelobt. Auch die Ankündigung der bevorstehenden Entwidmung der alten Dorfkirche erfolgt eher beiläufig; nach dem Gottesdienst soll es eine kleine Prozession geben - natürlich mit einem schmackhaften Imbiss - so die Ankündigung. Diese Distanziertheit überrascht mich vielleicht interpretiere ich das alles aber auch falsch und ich sehe als Außenstehender nicht den Mut und die Zuversicht der Menschen, weil ich Traurigkeit erwarte.



Mein bisherigen Besuche der Geisterstadt Borschemich waren im
November 2014, März 2015, Mai 2015 und September 2015. Im Jahr 2016 besuchte ich die Geisterstadt im Januar 2016, September 2016 und im Januar 2017. Mein letzter Besuch: Juni 2017.


Die einzige Sehenswürdigkeit der Gemeinde war
die Pfarrkirche St. Martinus.
Sie wurde inzwischen abgerissen.


Selbstverständlich schaute ich mir auch
den Totengräber von Borschemich an.

Tagebergbau Garzweiler II


Wissenswertes zum Thema:

Liste abgebaggerter Orte
Doku Tagebergbau Garzweiler II