Geisterdorf
San Cristovo do Real


Ein scheinbar verlassenes Dorf
in Spanien. Gefunden während ich den
Jakobsweg gegangen bin.
Spannend für Urban Explorer.


In den letzten Jahren ging ich wiederholt den Jakobsweg. Dabei hatte ich ausgiebig Gelegenheit, mit etliche spanische Dörfer im näheren Umfeld des Weges anzusehen. Erschreckend … so kann ich das Gesehene gut und gern zusammenfassen. Wirklich erschreckend.

Beispiel: San Cristovo do Reale. Man würde es nicht vermuten: Die erste dokumentierte Erwähnung des winzigen Dörfchens San Cristovo do Reale am Fluss Oribio in Spanien (Provinz Lugo, bei Samos) reicht in das Jahr 1175 zurück. Groß war die Gemeinde noch nie, doch dass sie in den letzten Jahren einen solchen Niedergang erlebt, hätten die wenigen Menschen, die hier heute noch leben, nicht gedacht. Die wirtschaftlichen Probleme von Spanien, die enorme Arbeitslosigkeit jüngerer Menschen zwingen sie dazu, sich in den Städten nach einer Lebensgrundlage umzusehen. Und was für Spanien insgesamt gilt, gilt natürlich im Speziellen auch für San Cristovo do Real. Etliche Familien gaben in den letzten Jahren Haus und Hof auf. Sie zogen nach Samos, Sarria oder Portomarin. Oder sie verließen Galicien ganz, um in den südlichen Landesteilen von Spanien ihr Glück zu suchen.

Geblieben sind die wenigen Alten, die heute im Schnitt 80 Lenze auf der Uhr haben. Ein gebeugter Gang und mindestens ein Gehstock gehört hier "zum guten Ton" dazu. Und geblieben ist auch ein wirklich sehenswertes Geisterdorf - geprägt von Traurigkeit, Trostlosigkeit, Leerstand und Verfall.


Lost Place - Geisterdorf San Cristovo do Real

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