Immerath
im Juni 2017


Ein sterbendes Dort in Nordrhein-Westfalen.
Geisterstadt in Deutschland.
Lost Place.


Ich kam ziemlich betrübt in der Geisterstadt Immerath an und ahnte schlimmes. Denn zuvor besuchte ich die Nachbargemeinde Borschemich und musste unverrichteter Dinge wieder abziehen, weil der komplette Ort weiträumig gesperrt wurde. Und Ärger mit dem Sicherheitspersonal wollte ich nicht in Kauf nehmen.

So schlimm wie erwartet war es jedoch nicht ... sofern man den Abriss einer ganzen Gemeinde überhaupt derart einordnen kann. Also: Immerath stand noch - jedenfalls einige klägliche Reste davon. Inzwischen haben sich die Abrisstrupps in den Kern des Dorfes vorgearbeitet. Etliche Häuser dort stehen bereits nicht mehr oder wurden gerade niedergewalzt. Die Kirche ragt wie ein Mahnmal. Sie will allen Besuchern sagen "Schaut ... was hier geschieht!"



Geisterstadt Immerath


Vielleicht trübten mich meine Sinne beim Durchstreifen des kleinen Dorfes (bzw. der Reste davon): Ich war der Ansicht, dass ich die Natur deutlich intensiver wahrnehmen konnte als zuvor. Nie erinnerte ich mich daran, ein solch intensives Vogelgezwitscher gehört zu haben. Und selbst die Hasen saßen massenweise auf der Straße und störten sich gar nicht daran, dass ich mich ihnen näherte. Ist schon irgendwie komisch. Die Menschen sind (fast alle) weg und die Natur nimmt sich ihr Recht.



Mein bisherigen Besuche der Geisterstadt Immerath waren im
April 2014, Oktober 2014, November 2014, März 2015, Mai 2015 und Juni 2015. September 2015, Januar 2016, April 2017 und im Januar 2017. Nochmals im Juni 2017.

Selbstverständlich schaute ich mir auch den Totengräber von Immerath an.
Tagebergbau Garzweiler II

Wissenswertes zum Thema:
Liste abgebaggerter Orte
Doku Tagebergbau Garzweiler II