Heilstätte Grabowsee


Eine spannender Ort für Urban Explorer
und ein Klassiker für Fotografen.
Lost Place in Deutschland.


Die Heilstätte Grabowsee war die erste Lungenheilstätte, die das Rote Kreuz als Bauherr errichtete. Sie war anfangs nur eine Versuchseinrichtung. Denn bis dato siedelte man Tuberkuloseanstalten nicht im Flachland an, sondern in den deutschen Mittelgebirgen oder wohlmöglich sogar in den Alpen. Grabowsee musste also zuerst den Beweis antreten, dass man hier ebenfalls angemessene Heilerfolge erzielen konnte.

Hermann Brehm

Hermann Brehm

Behandlungsgrundlage war die hygienisch-diätische Kur nach Hermann Brehmer (*1826 - †1889), einem schlesischen Arzt, der das erste deutsche Sanatorium für die systematische Freilufttherapie von Lungenkranken gründete. Man kombinierte die Brehmer'sche Kur mit einer täglichen Liegekur (sechs Stunden pro Tag) oder einer sog. Beschäftigungskur, bei der Patienten leichte Arbeiten im Wald verrichteten. Zusätzlich gab es Wasser- und Saunabehandlungen oder Abreibungen mit Alkohol oder Salzwasser.

Bereits im ersten Betriebsjahr der Heilstätte Grabowsee konnte sie den Beweis antreten, dass mit gängigen Heilmethoden die TBC auch im Flachland mit Erfolg behandelt werden konnte. Es war also nicht zwingend notwendig, Sanatorien in Mittelgebirgslagen oder den Alpen zu errichten – fernab anderer Orte (also auch fernab der künftigen Patienten).

Bereits 1897 erfolgte der zügige Ausbau der Anlage zum heutigen Erscheinungsbild. Es entstand eine kleine Stadt mit mehreren Patientenhäusern, Behandlungspavillons, Werkstätten, Küchen und eigener Energieversorgung. Eine kleine Kirche durfte natürlich auch nicht fehlen. Die Heilanstalt Grabowsee umfasste zu Beginn des Ersten Weltkriegs insgesamt eine Geländefläche von etwa 23 Hektar. Es konnten bis zu 200 männliche Patienten behandelt werden. Es gab komfortable Zwei- bis Vierbettzimmer und dreizehn große Schlafsäle für fünf bis neun Personen. Es gab ferner große Liegehallen für 20 Patienten und einen weitläufigen Anstaltspark für Spaziergänge.

Die Patienten kamen mehrheitlich aus der Arbeiterschicht Berlins und waren Versicherte der Landesversicherungsanstalt Brandenburg. Sie übernahm auch die täglichen Kurkosten, die vier Mark pro Patient betrugen. Ähnlich wie in anderen Einrichtungen gab es auch sog. Selbstzahler – wobei für diese lediglich 20 Patientenbetten vorgesehen waren.


Heilstätte Grabowsee - ein fotografischer Rundgang

Urban Exploring

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Behandlungsgrundlage war die hygienisch-diätische Kur nach Hermann Brehmer (*1826 - †1889), einem schlesischen Arzt, der das erste deutsche Sanatorium für die systematische Freilufttherapie von Lungenkranken gründete. Man kombinierte die Brehmer'sche Kur mit einer täglichen Liegekur (sechs Stunden pro Tag) oder einer sog. Beschäftigungskur, bei der Patienten leichte Arbeiten im Wald verrichteten. Zusätzlich gab es Wasser- und Saunabehandlungen oder Abreibungen mit Alkohol oder Salzwasser.

Bereits im ersten Betriebsjahr der Heilstätte Grabowsee konnte sie den Beweis antreten, dass mit gängigen Heilmethoden die TBC auch im Flachland mit Erfolg behandelt werden konnte. Es war also nicht zwingend notwendig, Sanatorien in Mittelgebirgslagen oder den Alpen zu errichten – fernab anderer Orte (also auch fernab der künftigen Patienten).

Bereits 1897 erfolgte der zügige Ausbau der Anlage zum heutigen Erscheinungsbild. Es entstand eine kleine Stadt mit mehreren Patientenhäusern, Behandlungspavillons, Werkstätten, Küchen und eigener Energieversorgung. Eine kleine Kirche durfte natürlich auch nicht fehlen. Die Heilanstalt Grabowsee umfasste zu Beginn des Ersten Weltkriegs insgesamt eine Geländefläche von etwa 23 Hektar. Es konnten bis zu 200 männliche Patienten behandelt werden. Es gab komfortable Zwei- bis Vierbettzimmer und dreizehn große Schlafsäle für fünf bis neun Personen. Es gab ferner große Liegehallen für 20 Patienten und einen weitläufigen Anstaltspark für Spaziergänge.

Die Patienten kamen mehrheitlich aus der Arbeiterschicht Berlins und waren Versicherte der Landesversicherungsanstalt Brandenburg. Sie übernahm auch die täglichen Kurkosten, die vier Mark pro Patient betrugen. Ähnlich wie in anderen Einrichtungen gab es auch sog. Selbstzahler – wobei für diese lediglich 20 Patientenbetten vorgesehen waren.



Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die sowjetische Besatzungsarmee die Heilstätte Grabowsee, um hier ein Militärkrankenhaus einzurichten. Es waren meist Lungenkranke, die hier von sowjetischen Militärärzten behandelt wurden – es liegt nahe, denn letztlich war alles vorhanden, was sie benötigen.

Nach Abzug der russischen Armee wurde die Klinik 1993 geschlossen und das Gelände an einen privaten Investor verkauft. Er wollte die zahlreichen Gebäude zu Wohn- und touristischen Zwecken umbauen. Dieses Projekt blieb ein Traum, der wegen fehlender finanzieller Mittel nie in die Tat umgesetzt wurde.



Ich habe inzwischen die Heilstätte Grabowsee mehrfach besucht und war immer beeindruckt. Glücklicherweise gab des dort wenig mutwillige Zerstörung, was sicher daran liegt, dass das Gelände bewacht wird und Fotografen diesen Lost Place nur mit einer Genehmigung (inkl. Eintrittsgeld) besuchen können.


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Der Volksheilstättenverein des Roten Kreuzes eröffnete 1902
ein weiteres Lungensanatorium:
Heilstätten Hohenlychen

Weitere Informationen zum Thema: :
Heilstätte Grabowsee - Information zu Location