Psychiatrie


Ein Psychiater ist ein Mann,
der sich keine Sorgen zu machen braucht,
solange andere Menschen sich welche machen..

Karl Kraus
1874 - 1936


Ich stöbere schon seit einiger Zeit im Internet, um mehr und insbesondere Erbauliches über die Geschichte der Psychiatrie zu erfahren. Was ist allerdings finde ist eher schwere Kost, denn in der Vergangenheit wurden psychisch Kranken in den seltensten Fällen wirkliche Pflege zu teil.

Letztlich kann man die Behandlungskonzepte in zwei große Gruppen gliedern: Wegsperren, verwahren – gern auch mit Kriminellen in Zuchthäusern, wo es keine Ärzte gab, die sich um die Patienten kümmerten. Oder Sie waren beispielsweise im Mittelalter Ziel von Verfolgung, weil man ihnen Besessenheit und einen Bund mit dem Teufel nachsagte. Wie sie in diesem Fall endeten ist klar. Der Scheiterhaufen wartete.

Im 17. Jahrhundert begann sich allerdings die Interpretation der Wissenschaft und Ärzte hinsichtlich der Leiden dieser Menschen ganz laaaaaaangsam zu verändern. Es dauerte allerdings bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, bis endlich erste Konzepte aufkamen, mit denen man den Patienten „wirklich“ helfen wollte. Sie waren zwar noch immer ziemlich drakonisch, aber noch immer besser, als schuldlos auf dem Scheiterhaufen zu landen. Es dauerte nochmals etliche Jahre, bis sich langsam das heutige Verständnis der Psychiatrie herausbildete. Nach und nach entstanden Heilstätten, wo man versuchte, den Kranken auf angemessene Weise zu begegnen anstatt sie einfach nur zu verwahren. Die Psychiatrie Salve Mater gehört beispielsweise dazu.



Ein gutes und anschauliches Beispiel für die durchaus sehr rigiden Behandlungsmethoden früherer Zeiten:

„In der Landesirrenanstalt Teupitz wurde die neunzehnjährige Schwachsinnige Klara Wand (sie war halbseitig gelähmt) in der Nacht von einer Pflegerin ins Bad gestellt. Die Pflegerin ließ heißes Wasser in die Wanne, ging weg und schlug die Tür zu. Die Schwachsinnige erlitt schwere Verletzungen und starb. Die Leistung der Irrenanstalt teilte der Mutter der Patientin den Tod des Kindes mit sachlichem, aber knappem Bedauern mit.
Quelle: Das journalistische Werk, Band 3 (1929-1939) von Joseph Roth

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