Medical Train


Ein geheimes Projekt in der DDR,
von dem es heute kaum noch Dokumente gibt.
Der Medical Train sollte hinter den Linie
eingesetzt werden, um leicht und schwerverwundete
Soldaten (vornehmlich der GSSD) zu versorgen.

Heute ist der Medical Train (Deutschland)
ein Muss für jeden Urban Explorer, auch
wenn er kein echter Lost Place ist.


Deutsch-Deutsche Realität; mitten im Kalten Krieg; niemand traute der „anderen Seite“ über den Weg und die Regierung der DDR bereitete sich insgeheim auf eine kriegerische Auseinandersetzung im Herzen von Europa vor. Eine Auseinandersetzung, bei der von Deutschland nicht viel übrig geblieben wäre – so jedenfalls die Annahmen der Militärs auf beiden Seiten. An der innerdeutschen Grenze waren dazu waffenstarrende Truppen stationiert und die russische Armee (GSSD genannt) unterstützte die Nationale Volksarmee (kurz NVA) mit rund 340.000 gut ausgebildeten und gut ausgestatteten Soldaten, weiteren 4.200 Kampfpanzern und 8.000 gepanzerten Fahrzeugen.

Genau in diese Zeit passt das Konzept des Medical Trains, dessen Einrichtung einst zu den (vielen) geheimen Projekten der DDR zählte. Zeitzeugen: Gibt es kaum. Zeitgenössische Dokumente: Mangelware. Zeitgenössische Bilder: fast nicht vorhanden, denn diese Züge zu fotografieren galt als staatsfeindlicher Akt und wurde schwer bestraft. Nur wenige und absolute Eisenbahnenthusiasten machten die eine oder andere Aufnahme.


Aufnahmen vom Inneren des Medical Trains

Urban Exploring

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Das Projekt Medical Train der DDR wurde als zivile Schutzmaßnahme getarnt. Es gab gut ein Dutzend von Ihnen in der ehemaligen DDR. Sie wurden im Land verteilt und warteten dort auf den Einsatz. Offiziell handelte es sich um Katastrophenzüge zur Versorgung von Verwundeten. Tatsächlich war es ein militärisches Projekt vornehmlich zur Unterstützung der russischen Truppen.

Die Medical Trains dienten zur Versorgung von leicht und schwerverwundeten, wobei die Anzahl der Personen (Soldaten), die man aufnehmen konnte, begrenzt waren. Der Zug ist autonom und kann sich über lange Zeit komplett selbst versorgen; Wasser, Strom, eine eigene Küche, zuginterne Kommunikation, Krankenstation für Leichtverwundete und eine sechsbettige Intensivstation. Natürlich durfte ein OP inkl. Labor nicht fehlen.

Der Medical Train hatte alles, um im Ernstfall hinter den eigenen Linien tätig zu werden. Zum Schutz verfügte jeder Zug über riesige Planen, die über die Wagons gespannt werden konnten, um Platz für weitere Patienten zu schaffen. Selbstredend waren diese Planen mit riesigen roten Kreuzen gekennzeichnet, um Angriffen zu entgehen.


Weitere Aufnahmen vom Inneren des Medical Trains

Urban Exploring


Ihren Ursprung hatten die Medical Trains letztlich im Ersten Weltkrieg. Seinerzeit setzte das Militär Lazarettzüge hinter den eigenen Linien ein, um sich so besser um die Verwundeten kümmern zu können. Dieses Konzept griffen die DDR-Oberen auf. Alles in allem soll es in der DDR vierzehn solche Lazarettzüge gegeben haben, die seinerzeit beispielsweise in Leipzig, Chemnitz (Karl-Marx-Stadt), Radebeul, Cottbus oder Frankfurt (Oder) stationiert waren, um von ihren Standorten aus in den Einsatz nahe der innerdeutschen Grenze aufbrechen zu können. Und natürlich waren die Medical Trains zu Übungszwecken immer mal wieder im Einsatz. Sie begleiteten meist GSSD-Militärtransporte, denn letztlich war in deren Nähe ein evtl. Einsatz vorgesehen.


Wissenswertes!

Roter Stern über Deutschland. Bei Youtube fand ich eine sehenswerten, dreiteilige Dokumentation. Selbst als einigermaßen Informierte sah ich mir die Sendungen mit großem Interesse an. Ich kann Sie Dir nur empfehlen.