Eisenbahn


Es ist dem Menschen unmöglich,
die hohen Geschwindigkeiten
der Eisenbahn zu ertragen.
Sein Atmungssystem wird
zusammenbrechen;
Tod durch Lungenbluten
wird die Regel sein.

Prof. Dr. Dionysys Lardner
1793-1859, britischer Arzt
und Gegner der ersten Eisenbahn

Quelle: Zitat aus der Gattung
»Wie man sich doch irren kann«


In Deutschland begann das Eisenbahnzeitalter am 7. Dezember 1835. An diesem Tag feierte man nämlich die Eröffnung der Ludwigs-Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth. Zu jeder Zeit war den Menschen das Fahren mit der Eisenbahn nicht geheuer. In den Zeitungen dieser Zeit wurde beispielsweise darüber spekuliert, ob solche (hohen) Geschwindigkeiten schädlich für den Menschen sein könnten. Aus heutiger Sicht eine wahrlich skurrile Diskussion – denkt man an Überschallflugzeuge oder Weltraumflüge. Aber damals war das halt so.

Die Eisenbahn übte damals und auch noch heute eine große Faszination auf die Menschen aus. Beispiel: Ein Geheimtipp unter jungen Vätern ist beispielsweise, mit den kleinen Rackern zum Bahnhof zu gehen, um sich dort einfach nur den Zugverkehr anzusehen. Ich kann Dir versichern: Das ist prima, wenn man einem kleinen Jungen etwas ganz faszinierendes zeigen möchte. Dann noch ein Eis und der Nachmittag ist geritzt. Ausgehend von dieser Faszination üben Lokomotivfriedhöfe eine ebenso große Anziehung aus. Im Internet findet man etliche Bilder solche Lost Places – in nah und fern.

Ein großer Traum von mir wäre beispielsweise, den Zugfriedhof von Uyuni in Bolivien zu besuchen. Doch man muss gar nicht so weit reisen, um andere Lost Places zu finden und ähnlich spannendes zu entdecken. Denn auch in Europa gibt es wahrlich spannende Lokomotivfriedhöfe. Einige von Ihnen sind inzwischen verschwunden … andere wurden „kultiviert“ und heute als Museum bezeichnet. Wenn Du Dir die nachfolgenden Bildergalerien ansiehst, weißt Du, was ich damit meine.

Lost Places - Eisenbahn

Urban Exploring

Lost Places - Bahnbetriebshöfe

Einst fand man landauf und landab kleinere und größere Bahnbetriebs- oder Ausbesserungswerke. Hier wurden die Triebwagen gewartet und Reparaturen durchgeführt, Betriebsstoffe aufgefüllt oder die Reinigung der Wagons und Lokomotiven vorgenommen. Etliche Menschen schufteten hier.

All das ist inzwischen Vergangenheit: Nicht nur die Deutsche Bundesbahn, sondern auch die SNCF (also das französische Pendant zu ihr) oder andere europäische Staatsbahnen mussten in den letzten Jahrzehnten sparen. Als eine der ersten Instanzen mussten die vielen kleinen Bahnbetriebs- und Ausbesserungswerke dran glauben; später ging es dann den etwas größeren Einheiten an den Kragen. Sie wurden zusammengelegt und teilweise gliederte man die Reparatur und Wartung der Züge komplett aus. Viele ehemalige Betriebshöfe und Ausbesserungswerke schlummern seither einen traurigen Schlaf. Keine Hoffnung auf Wiederbelebung zu vergangenem Glanz und einem sicheren Abriss entgegenblickend. Ein idealer Platz für meine Fotografie. Es sind herrliche Lost Places.



Eine Liste ehemaliger Bahnbetriebswerke in Deutschland findest Du bei Wikipedia. Hier hat sich irgendjemand die Mühe gemacht und die vielen über die Republik verstreuten Standort alle aufgelistet. Eine wahre Fleißarbeit.