Industrie in Ostdeutschland


Man hätte Ochs und Esel in der DDR
nicht so ins Abseits drängen sollen.
Wer sonst, als nur die, hätte die Karre
wohl aus dem Dreck ziehen können.

Martin Gerhard Reisenberg
*1949


Der volkseigene Betrieb (kurz VEB) war eine Rechtsform der Industrie- und Dienstleistungsbetriebe in der sowjetischen Besatzungszone und späteren DDR. Ihre Gründung erfolgte nach Vorbild ähnlicher Unternehmensformen in der Sowjetunion.

Mit der Boden- und Industriereform wird 1945/46 ein großer Teil der landwirtschaftlichen Fläche und natürlicher Unternehmen in der sowjetischen Besatzungszone beschlagnahmt. Denn eine grundlegende Veränderung der Eigentumsverhältnisse war eine maßgebliche Voraussetzung für die Einführung der angestrebten Zentralwirtschaft. Die Folge: Ein großer Teil des Landes wird direkt an Landarbeiter, Kleinbauern und Vertriebene übergeben. Fast ein Drittel der Fläche erhalten jedoch die Länder, Kreise und Kommunen. Im Gegensatz dazu wurden die beschlagnahmten Unternehmen direkt in „Volkseigentum“ überführt. Bis Mitte 1948 hatte man insgesamt 9.281 gewerbliche Unternehmen enteignet. Sie existierten zunächst bis 1951 als unselbständige Filialbetriebe der ihnen zugeordneten Vereinigung Volkseigener Betriebe (kurz VVB). Anfang 1952 erhielten die VEB einen eigenständigen rechtlichen und wirtschaftlichen Status.


Lost Places - Volkseigene Betriebe in der DDR


Eine – wie ich finde – etwas skurrile Besonderheit war, dass dem eigentlichen Namen des VEB häufig ein Ehrenname hinzugefügt wurde. Zwei Beispiel: VEB Kombinat Polygraph Werner Lamberz oder VEB Kabelwerk Oberspree "Wilhelm Pieck". Dieser Ehrenname musste zuvor von den Beschäftigten im Rahmen eines Leistungswettbewerbs erkämpft werden. Skurril … nicht wahr?! Aber es hat anscheinend funktioniert, denn viele VEB’s in der DDR hatten solche Namenszusätze.


Exkurs: Russische Truppen in der DDR


Ich finde, dass das Thema irgendwie passt. Deswegen diese Empfehlung: In einem anderen Abschnitt meiner Homepage widme ich mich den Hinterlassenschaften russischer Truppen in der DDR. Die Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (kurz GSSD) waren Land- und Luftstreitkräfte der Sowjetarmee, die von 1954 bis 1994 in der Sowjetischen Besatzungszone, in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und in der Bundesrepublik Deutschland stationiert waren. Die GSSD ging 1954 aus den russischen Besatzungstruppen hervor. Die Kasernierte Volkspolizei und Nationale Volksarmee der DDR waren der GSSD untergeordnet. Sie hatten zusammen die Aufgabe, das Staatsgebiet der DDR gegen die NATO zu sichern. Zu diesem Zweck unterhielt die GSSD zeitweise an 276 Orten mehr als 770 Kasernen. Das Oberkommando befand sich in Wünsdorf und einer der größten Standorte war die Garnison Vogelsang nahe Berlin.